Unsere Schule ist nicht allein Unterrichtsstätte, sondern zugleich Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum. In ihr sollen sich Kinder glücklich und geborgen fühlen und in einer gelösten Atmosphäre miteinander leben und lernen können. Dafür wollen wir ihnen ein schulisches Umfeld bieten, in welchem sie sich verstanden und angenommen wissen und gleichzeitig Hilfe und Anregungen finden.

Des Weiteren steht für uns nicht die bloße Vermittlung von Lesen, Schreiben und Rechnen im Vordergrund, sondern die Anleitung zu selbstständigem, eigenverantwortlichem Lernen und der hierzu notwendigen Lern- und Arbeitstechniken. Die Einübung sozialer Umgangsformen und eines demokratischen Miteinanders sind wichtige Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit. So finden mehrmals im Schuljahr Klassensprecherversammlungen statt, in denen die Kinder Wünsche oder Probleme äußern und gemeinsam Lösungen finden bzw. Beschlüsse fassen. So war die Klassensprecherversammlung maßgeblich an der Ausgestaltung des Klettergerüstes sowie der Einrichtung eines Toilettendienstes und der Verbesserung der Sauberkeit auf den Toiletten beteiligt.

Als Offene Ganztagsschule (OGS) bieten wir einem Teil unserer Schülerinnen und Schüler ein ganztägiges Haus des Lernens, welches uns mehr Zeit für Bildungs- und Erziehungsprozesse ermöglicht. Eine gemeinsame Schulordnung sowie Klassenregeln erleichtern hierbei das Zusammenleben und –lernen.

Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der Richtlinien für die Grundschulen des Landes NRW in ihrer Persönlichkeits- und Lernentwicklung unterstützen und fördern, indem sie lernen (vgl. RL, 2008, S. 11)

  • selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln und hierbei eine altersgemäße Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin zu entwickeln;
  • für sich und gemeinsam mit anderen zu lernen und Leistungen zu erbringen
  • und hierbei eine stabile Lern- und Leistungsfreude zu entwickeln;
  • ihre eigene Meinung zu vertreten und die Meinung anderer zu achten;
  • sich höflich und rücksichtsvoll gegenüber den Mitmenschen zu verhalten;
  • in religiösen und weltanschaulichen Fragen persönliche Entscheidungen zu treffen und Verständnis und Toleranz gegenüber den Entscheidungen anderer zu entwickeln;
  • die grundlegenden Normen des Grundgesetzes und der Landesverfassung zu verstehen und für die Demokratie einzutreten;
  • die eigene Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeit sowie ihre musisch-künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten;
  • Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Sport zu entwickeln;
  • ein Bewusstsein und Handlungsstrategien für eine gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensweise zu entwickeln;
  • umweltgerecht zu denken und zu handeln;
  • mit Medien verantwortungsbewusst und sicher umzugehen.

In unserem Unterricht legen wir Wert auf eine ganzheitliche Erziehung und versuchen, eine pädagogische Balance zu schaffen zwischen

  • Anspannung und Entspannung:
    Im Verlauf der einzelnen Unterrichtsstunde sowie des Unterrichtstages wechseln wir konzentrierte individuelle oder gemeinsame Arbeitsphasen mit aufgelockerten Unterrichtsphasen ab. Auch im Rahmen des Offenen Ganztages gibt es nach dem Unterricht sowie vor/nach den Hausaufgaben Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung.
  • Bewegungsphasen und Ruhephasen:
    „Bewegung, Spiel und Sport leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungsförderung, zur Gesundheitsförderung und zur gesundheitlichen Prävention im Kindes- und Jugendalter. (…) Die Grundschule kommt dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder entgegen, indem sie alle Möglichkeiten nutzt, das Lernen durch Bewegung zu unterstützen. (RL, 2008, S. 15).
    Da wir eine bewegungsfreudige Schule sind, bieten wir den Kindern im Laufe des Schultages auf unterschiedliche Weise zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zu den regulären Pausen. Bewegungsangebote wechseln sich mit einer ruhigen und konzentrierten Arbeitsatmosphäre ab.(s.auch 3.2.)
    Im Nachmittagsbereich des Offenen Ganztags erhalten die Kinder durch regelmäßige Spielpausen auf dem Schulhof sowie durch vielfältige Sportangebote Bewegungsanreize. Gleichzeitig bieten die Gruppenräume Ruhebereiche, in die Kinder sich alleine oder zu zweit zurückziehen können.
  • instruierenden, lehrerorientierten und geöffneten, schülerorientierten Unterrichtsphasen:
    Zentrales Element unseres Unterrichts ist das Lernen am gemeinsamen Gegenstand, welches gemeinsame Erarbeitungsphasen gezielt umsetzt.
    Neue Lerninhalte werden individuell und/oder gemeinsam erarbeitet und ein konstruktiver Austausch mit den Gleichaltrigen über Lernergebnisse in Reflexionsphasen bewusst initiiert. Hierdurch werden gerade für schwächere Schüler Hilfen durch die Lehrperson und durch Mitschüler ermöglicht, gleichzeitig jedoch auch durch gezielte Impulse höherwertige, kognitive Aktivitäten im Unterricht initiiert.
    Stationenlernen, Arbeiten mit differenzierten Arbeitsplänen (Tag/Woche), themenbezogenes projektorientiertes Lernen können Teil der Unterrichtsmethoden sein und  ermöglichen es, eigenständiges und selbstverantwortliches Lernen bei unseren Schülerinnen und Schülern anzubahnen und weiterzuentwickeln. Die meisten unserer Schülerinnen benötigen gezielte Unterstützung und Anleitung, um die für ein eigenverantwortliches Arbeiten in geöffneten Lernsituationen erforderlichen methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Eine wichtige Grundlage eigenverantwortlichen Lernens bildet für uns das Methodenlernen bzw. das Lernen lernen. Hierzu haben wir ein schulinternes Curriculum entwickelt, welches im Verlauf der vier Grundschuljahre systematisch die Fähigkeit der Kinder aufbauen soll, eigene Lernprozesse zu strukturieren und Lernstrategien für das eigenaktive Lernen gezielt einzusetzen.
  • fachlichem und fächerübergreifendem, vernetzendem Lernen
    „Kinder erleben ihre Lebenswelt ganzheitlich. Sie handeln in Sinnzusammenhängen, die Fächergrenzen überschreiten.“ (RL, 2008, S. 13)
    Daher ist es uns wichtig, in unseren Unterrichtsplanungen und –realisationen fächervernetzend zu arbeiten, um so den Kindern zu ermöglichen, den Lerngegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und erworbene Kompetenzen in vielfältigen Alltagssituationen nutzen zu können. Hierzu nutzen wir immer wieder projektorientierte Unterrichtseinheiten, in denen das kognitive Lernen mit Lernerfahrungen z.B. aus künstlerisch-praktischen, sportlichen oder religiösen Lernbereichen verknüpft ist.
  • fachlichem und sozialem Lernen
    Das Lernen grundlegender fachbezogener Kompetenzen kann in Verbindung mit sozialem Lernen eine größere Effektivität entfalten. Insbesondere in Partner- und Gruppenarbeit kann durch aktives Lernen und Kommunizieren, Strukturieren und Darstellen, Reflektieren und Anwenden das Begreifen und Behalten des Lernstoffs gefördert werden.
    Unsere Schülerinnen und Schüler lernen hierbei ihre/n Lernpartner ernst zu nehmen, freundlich und höflich miteinander umzugehen, auf ihn/sie einzugehen, zu bestärken und zu bestätigen sowie ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln.
  • Individualisierung und Gemeinschaft
    Unsere Aufgabe ist es, „jedes Kind bezogen auf seine individuellen Stärken und Schwächen durch differenzierenden Unterricht und ein anregungsreiches Schulleben nachhaltig zu fördern.“ (RL, 2008, S. 12)
    Dies ist für uns eine große Herausforderung, an deren Bewältigung wir kontinuierlich in Unterricht und Schulleben arbeiten. Individualisierung und individuelle Förderung beinhaltet für uns die genaue Kenntnis der Lernausgangslage des einzelnen Kindes, die fortlaufende Überprüfung seiner Lernfortschritte sowie die Entwicklung hierauf ausgerichteter Lernangebote. Dies können ggf. individuelle Arbeitspläne sein, oftmals sind es jedoch auch gemeinsame Lernangebote, welche individuelle Lösungswege auf unterschiedlichem Niveau und gemeinsame Reflexions- und Transferphasen ermöglichen.
  • Leistung fordern und fördern
    Eine wesentliche Aufgabe der Grundschule ist es, „Kinder an schulische Leistungsanforderungen und den produktiven Umgang mit der eigenen Leistungsfähigkeit heranzuführen.“ (RL, 2008, S. 16)
    Unsere Schülerinnen und Schüler sind in der Regel wissbegierig und wollen lernen und etwas leisten. Unser Ziel ist es, ihnen in unserem Unterricht Lernsituationen anzubieten, in denen sie Könnenserfahrungen erleben, wenngleich dies auch auf unterschiedlichem Niveau sein kann und oftmals ist. Hierdurch entwickeln sie Selbstvertrauen und Leistungszuversicht. Auch auftretende Lernhindernisse oder auch gelegentlich nicht zu vermeidende Niederlagen bieten immer wieder Anlass die eigenen Lernstrategien zu erweitern, etwas mehr von sich selbst zu verlangen und erneute Anläufe und Herausforderungen anzunehmen. Hierdurch bieten sich neue Gelegenheiten der Könnenserfahrung und diese unterstützen die Entwicklung der Leistungsfähigkeit und Leistungsfreude unserer Kinder.
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